Mit Dr. Torsten Lattki, Studienleiter beim DKR
23. Februar 2026
Haus des Kirchenkreises | 15.00 Uhr
Burgacker 14-16, Duisburg
Walter Grundmann (1906–1976) war der wissenschaftliche Leiter und die prägende Figur des von 1939 bis 1945 bestehenden Eisenacher „Entjudungsinstituts“. Er und die etwa 180 Mitarbeiter
waren zutiefst von Hitler und dem Nationalsozialismus überzeugt und verfolgten das Ziel, ein „artgerechtes Christentum“ für Deutsche zu schaffen. Indem sie Jesus als „Arier“ konstruierten sowie Bibel, Gesangbuch und Katechismus umschrieben und neu ordneten, „entjudeten“ sie christliche Theologie und Kirchenpraxis.
Der Referent erläutert in seinem Vortrag, wie das Institut entstand und wie und mit welchen Folgen dort gearbeitet wurde. Zudem zeigt er, wie der Neutestamentler Walter Grundmann einen nichtjüdischen Jesus im Kampf gegen das Judentum konstruierte und ein Christentum in nationalsozialistischen Kategorien erschaffen wollte.
Schon bald nach 1945 bekleidete er wieder diverse Stellen in Kirche und Theologie und avancierte zu einem der erfolgreichsten Theologen der DDR. Er sah das Judentum weiterhin als verworfene Religion ohne Existenzberechtigung und hielt an seinen menschenverachtenden Ansichten fest. Mit seinen Kommentaren zum Neuen Testament, die noch heute in vielen Bibliotheken stehen, prägte er zahlreiche Theolog:innen und Pfarrer:innen.
Anmeldung | backes@gee-online.de
Gemeinsam mit der Pädagogischen Akademie der Gesellschaft ür Evangelische Erziehung und Bildung e.V. (GEE) und dem Evangelischen Kirchenkreis Duisburg